Antonín Dvorák
(1841-1904)

Slawische Tänze op. 46


Dvoráks sogenannte slawische Schaffensperiode ist im Zusammenhang mit der historischen Entwicklung zu sehen. In den siebziger Jahren besinnen sich breite Schichten des tschechischen Volkes auf nationale Traditionen, auf die eigene Geschichte sowie auf Volksdichtung und Volkslied. Dvorák ist einer der Exponenten dieser Bewegung. In den Slawischen Tänzen und in anderen Kompositionen bekennt er sich zu einer in der nationalen Folklore verwurzelten Musik. Falsch wäre es anzunehmen, er habe in seinen Werken Volkslieder und -tänze einfach zitiert oder kopiert. Sein schöpferischer Beitrag besteht darin, das folkloristische Element auf eigene Weise umgeformt zu haben. Welche Tanztypen aus verschiedenen slawischen Kulturen er auf durchaus sinfonische Weise behandelt, wird im Folgenden beschrieben.

Walter Rösler
Zeichen 4387

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